FALLEN ANGELS - Text und Bilder

DER GIPFEL
Der Gipfel: männlich auch die „höchste Spitze; Höhepunkt; das höchste Ziel“ die Herkunft des seit dem Anfang des 15 Jahrhunderts bezeugten Wortes ist nicht eindeutig geklärt. Klar ist das einen der Gipfel, einmal fixiert oder anvisiert selten wieder loslässt. Er thront wie eine dunkle, gleichzeitig atemberaubend schöne Gewitterwand am persönlichen Horizont und fängt an das individuelle Handeln zu beeinflussen, wenn nicht sogar zu bestimmen. Der Gipfel, der Endpunkt, schleicht durch alle Träume wie ein Mader durch den warmen Motorraum eines V8 Motors und verbeißt sich dabei in den Synapsen, den überlebenswichtigen Leitungen und Schläuchen, der Maschine. Vom Gipfel besessen gibt es selten ein zurück. Aus dem neugierigen Blick in die Ferne wird ein zäher und langer Spaziergang mit offenem Ende.

Einmal am Gipfel, dem höchsten Ziel, dem Höhepunkt angekommen schweift der Blick, völlig unerwartet wieder nach unten. Zum Boden. Nach da wo man herkommt. Der gut geschmierte V8 Motor fängt an zu stottern und  plant den langsamen Abstieg nach da wo er sich hin wünscht. So bleibt das lang ersehnte Ziel nur eine die Farbe verlierende Errinerung auf dem Weg zum nächsten Gipfel, zur nächsten Erhebung, zur nächsten extremen Spitze. 

Doch was ist mit denen die niemals den Gipfel, den höchsten Punkt, die Spitze erreichen. Denen welche an einer im Nebel liegenden, hohen, steilen, kalten, gar menschenfeindlichen Wand der Hoffnung zerschellen wie eine Champagnerflasche am Bug einer jungfräulichen, weißen, High Tech Hochseeyacht. Übrig bleibt ein klebriger Rest aus Scherben und Schaum. Ein menschlicher Traum.

 

Die Antwort weiß nur der Berg.

 

  Fotografieservice Frankfurt www.digipics-ffm.de

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